Der Einsatz von Pestiziden hat nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen, sondern auch der Tiere wie z.B. Insekten. Die Veränderungen im Ökosystem können eine verringerte Bestäuberleistung von Pflanzen mit sich bringen.
Pestizide sind dafür entwickelt worden, bestimmte Fressfeinde der Nutzpflanzen zu töten oder deren Lebensfähigkeit stark zu beeinträchtigen. Sie wirken aber oft auch auf andere Lebewesen, die nicht das Ziel der Anwendung sind. So beeinträchtigen Pestizide die Nahrungsketten in einem Ökosystem. Eine Störung kann sich bis in höhere Ebenen des Nahrungsnetzes fortsetzen und somit die gesamte Biodiversität gefährden.
Pestizide wirken nicht nur auf Menschen und Tiere, sondern auch auf Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen. Gelangen sie in den Boden oder werden über Niederschläge in Gewässer abtransportiert, können sie dort Organismen schädigen oder das Wachstum von bestimmten Arten hemmen, die eine Nahrungsgrundlage für andere Arten bilden. Die im Boden lebenden Mikroorganismen, die für die Nährstoffkreisläufe wichtig sind, können durch Pestizide stark beeinträchtigt werden. Auch Fische, Amphibien und andere aquatische Organismen in belasteten Gewässern sind bedroht. Diese Veränderungen verringern die biologische Vielfalt und beeinträchtigen die Stabilität der Ökosysteme.
Pestizidwirkstoffe sind die aktiven chemischen Substanzen in Pflanzenschutzmitteln, die gezielt Fressfeinde, Krankheiten oder Unkräuter bekämpfen sollen. Sie sind das Herzstück der Pestizide.
Hinsichtlich ihrer Sicherheit und Auswirkungen auf die Umwelt und Gesundheit werfen sie jedoch zunehmend Fragen auf. Viele dieser Substanzen können nicht nur die Zielorganismen, sondern auch nützliche Insekten, Vögel und andere Tiere gefährden und sich lange in Böden und Gewässern anreichern.
Die Pestizidwirkstoffe durchlaufen einen kosten- und zeitaufwendigen Zulassungsprozesses bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Dieser Prozess weist nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen starke Mängel auf. So wird im Rahmen des Zulassungsverfahrens die Dosis (LD 50) untersucht, bei der die Organismen im Kontakt mit dem Wirkstoff abtötet werden. Gesundheitliche pestizidbedingte Beeinträchtigungen wie Schäden am Immunsystem oder kognitive Veränderungen werden hingegen meistens nicht geprüft.
Auf dieser Seite möchten wir den Blick für den Fokus des Einsatzes von Pestiziden auf die internationale Ebene lenken. Wir wollen über gute Beispiele des Verzichtes der Nutzung von Ackergiften in einigen Staaten informieren ebenso wie auch über den gefährlichen, verboten und unerlaubten Einsatz. Häufig werden Agrochemikalien, die bei uns verboten sind, in anderen Ländern eingesetzt, nicht selten werden sie von deutschen Firmen produziert.