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Pestizide

Die Artenvielfalt 654252 original R B by Erich Westendarp pixelio.deunseres Planeten ist in großer Gefahr – nicht nur in den fernen Regenwäldern Südamerikas und Südostasiens. Auch in heimischen Gefilden ist ein dramatischer Rückgang der Biodiversität festzustellen. Viele Tiere und Pflanzen sind vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet. Pestizide spielen für die Bedrohung der biologischen Vielfalt eine besonders Rolle. Sie werden in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch in Kommunen und Kleingärten eingesetzt. Die GRÜNE LIGA fordert eine radikale Reduktion des Einsatzes von Pestiziden, ein Verbot von Neonikotinoiden, eine Reform der Zulassungsverfahren und strege Kontrollen

Ansprechpartner

Tomas Brückmann
c/o Ökolöwe - Umweltbund Leipzig
Bernhard-Göhring-Straße 152
04277 Leipzig
Tel.: 0341/30651-80
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die GRÜNE LIGA fordert

  1. Eine radikale Reduktion des Einsatzes von Pestiziden vorrangig in der Landwirtschaft, aber auch in der Forstwirtschaft, Kommunen und im Kleingarten. Die Bundesregierung muss dafür ein wirksames Pestizid-Reduktionsprogramm erarbeiten.
  2. Verbot des Einsatzes von Neonikotinoiden, Entzug der Zulassung
  3. Eine Reform der Zulassungsverfahren für Pestizide. In diese müssen subletale (nichttödliche)  wie auch die Kombinationswirkungen beim zeitnahen Einsatz  von verschiedenen Pestiziden berücksichtigt werden. Die Zulassungsunterlagen müssen dürfen nicht der Wirkstoffgenehmigung nicht der Geheimhaltung unterliegen.
  4. Eine Kontrolle des Einsatzes von Pestiziden, besonders in der Landwirtschaft. Strenge Sanktionen bei Verstößen.

 

Pestizide bedrohen die Artenvielfalt

In den letzten 10 Jahren hat ihre Anwendung sich in Deutschland um etwa 30 Prozent erhöht. Der größte Anteil von Pflanzenschutzmitteln wird in der konventionellen Landwirtschaft ausgebracht. Hier ist der Einsatz von Pestiziden seit dem Jahr 2000 in Deutschland um19% angestiegen und betrug im Jahr 2013 bereits 43.765 Tonnen (Quelle BVL).

Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft ist ausschlaggebend für das hier zu beobachtende Artensterben. Mehr als 30 Prozent aller hier lebenden Arten sind auf der Roten Liste der bestandsbedrohten Tier- und Pflanzenarten enthalten, schließlich ist fast die Hälfte unserer Landesfläche Agrarfläche. Nur auf ca. 6,5 Prozent der Fläche wird ökologischer Landbau betrieben. Für die Landwirtschaft in Deutschland muss es deshalb heißen: Im Rahmen einer Agrarwende weg von der industriellen hin zu einer nachhaltigen, extensiveren Landwirtschaft.

Dies beinhaltet eine umfassende Änderung der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen, speziell aber die wesentliche Verringerung des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden. Pestizide wirken in vielfältiger Art und Weise  auf Lebensräume, Pflanzen und Tiere. „Vermeintliche“ Schädlinge werden getötet oder in ihrer Lebensfähigkeit beeinträchtigt. Es erleiden aber auch nicht direkt betroffene Tieren und Pflanzen durch die Pestizide einen Schaden. Häufig werden durch ihren Einsatz Wildkräuter und Insekten getötet, die anderen Arten wie Vögeln und Amphibien als Nahrung fehlen.

Der oft nicht fach- und sachgerechte Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft macht sich auch in unseren Gewässern bemerkbar. Das Umweltforschungszentrum Leipzig (UFZ) veröffentlichte Studien zu Pestiziden in Fließgewässern. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass 38% der Chemikalien in Konzentrationen vorkommen, bei denen Auswirkungen auf Organismen nicht auszuschließen sind. Rund zwei Drittel der aufgefundenen Schadstoffe waren in der Landwirtschaft verwendete Pestizide.

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Ausführlichere Informationen des UFZ zu Gewässerbelastung und Artenverlust durch den Einsatz von Pestiziden.

Außerdem fanden sie heraus, dass einige der Pestizide die regionale Artenvielfalt um bis zu 42% reduzieren können. Besonders betroffen sind Vertreter der arten- und individuenreichsten Insektengruppen wie Stein-, Eintags- und Köcherfliegen sowie Libellen. Besonders alarmierend war: Die verheerenden Auswirkungen der Pestizidbelastung auf Kleinstlebewesen wurden bereits bei Konzentrationen festgestellt, die nach den europäischen Vorschriften bisher als unbedenklich galten.

Hintergrund zu Glyphosat:

Fakten zu Glyphosat (4 Seiten)

Informatives Videomaterial:

3sat Video "In Feldern und Wiesen wird es still"

Sachverständige der Bundesregierung plädieren für andere Landwirtschaft

"Für eine gemeinsame Agrarpolitik, die konsequent zum Erhalt der biologischen Vielfalt beiträgt" - Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates für Biodiversität und Genetische Ressourcen (Juni 2018)

"Für eine gemeinwohlorientierte gemeinsame Agrargpolitik der EU nach 2020 "- Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (April 2018)

Weitere Aktuelle Studien:

Pestizidstudie von Martin Häusling (2018): Gift auf dem Acker? Innovativ geht anders! Ein Plädoyer für eine giftfreie Landwirtschaft

UNICEF-Diskussionspapier zu Auswirkungen von Pestiziden auf Kinder (2018): understanding the impacts of pesticides on children

Broschüre des Umweltbundesamtes (2017): Umweltschutz in der Landwirtschaft

Aktueller Inlandsumsatz von Pestiziden (Veröffentlichung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, 2017)

Untersuchungen zu Pestiziden in Gewässern:

Pestizidtests in Brandenburg

Pestizidtests in Mecklenburg-Vorpommern

Pestizidtests in der Schweiz

Pestizidtests in Sachsen