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Exkurs: Neonikotinoide

Neonikotinoide gehören zu einer neuen Stoffklasse von Nervengiften. Sie werden in der Landwirtschaft, aber auch im Garten gegen Insekten eingesetzt werden. Diese Pestizide sind außergewöhnlich giftig und nur langsam abbaubar. Kleinste Dosen genügen bereits, um Insekten zu töten. Ihr Einsatz erfolgt in Deutschland flächendeckend. Neonikotinoide werden nicht nur direkt auf das Feld gespritzt, sondern auch zum Beizen des Saatgutes verwendet.

Neonikotinoide töten die Nahrung vieler Singvogelarten. Da beschreibt der holländische Toxikologe Henk Tennekes schon seit 2011 in seinem Buch „The systemic insecticids. A disaster in the Making“.

Neonikotinoide werden für das Bienenvölkersterben und den rapiden Rückgang der Insekten verantwortlich gemacht. Aufgrund der Bienengefährlichkeit wurde im Dezember 2013 von der EU die drei Neonikotinoid-Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam für alle bienenrelevanten Kulturen verboten. Jetzt muss die Pestizidindustrie belegen, dass die Wirkstoffe ungefährlich für Bienen sind. Sonst bleibt ihr Einsatz eingeschränkt. Die Hersteller dieser Pestizide BayerCropScience und Syngenta haben gegen die Verbote Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht.

weitere Informationen:

Aktuelle humanmedizinische Studien aus Japan liefern Ansatzpunkte, dass Neonikotionoide auch für Menschen gefährlich sind.

Video - Der Fluch der Neonikotinoide

 

Artikel von Spiegel Online zum Thema Neonicotinoide und ihre Wirkung auf Hummeln.

Auszug:

"Bestimmte Pflanzenschutzmittel sind für Hummeln zwar nicht unmittelbar tödlich - jedoch führen sie offenbar zu weniger Nachwuchs. In einem Laborexperiment ließ ein Wirkstoff aus der Gruppe der weit verbreiteten Neonicotinoide die Zahl eierlegender Hummelköniginnen um 26 Prozent schrumpfen."

 

Bericht vom European Food Safety Authority - EFSA identifiziert Risiken durch Neonicotinoide für Bienen.

Auszug:

"Die Wissenschaftler der EFSA haben eine Reihe von Risiken für Bienen identifiziert, die von drei Neonicotinoid-Insektiziden[1] ausgehen. Die Behörde wurde von der Europäischen Kommission mit der Bewertung der Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zur Saatgutbehandlung bzw. in Form von Granulat ersucht; dabei lag besonderes Augenmerk auf deren akuten und chronischen Wirkungen im Hinblick auf das Überleben und die Entwicklung von Bienenvölkern, den Auswirkungen auf Bienenlarven und das Bienenverhalten sowie auf den durch subletale Dosen[2] dieser drei Wirkstoffe bedingten Risiken."

 

Zentrale Erkenntnisse von "The Task Force on Systemic Pesticides" - Neonikotinoide gefährden fast alle Artengruppen

Inhalte:

"Die weltweite integrierte Bewertung der Auswirkungen von systemischen Pestiziden auf Biodiversität und Ökosysteme (im englischen: WIA, Worldwide Integrated Assessment of the Impact of Systemic Pesticides on Biodiversity and Ecosystems) ist eine Zusammenstellung von 1.121 veröffentlichten unabhängigen und überprüften Studien, die die letzten fünf Jahre umfassen, darunter auch von der Industrie finanzierte Studien. Es ist die einzige umfassendste Studie über Neonikotinoide, die je durchgeführt wurde. Sie ist durch Fachleute überprüft und frei zugängig veröffentlicht, so dass die Erkenntnisse und das Quellenmaterial gründlich von anderen untersucht werden können."

 

Bericht "Wie Bienen navigieren und wie sie durch Pestizide gestört werden" von Randolf Menzel, Neurobiologie FU Berlin

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