Im Dezember 2014 hat die Deutsche Bahn AG die beliebte und oft ausgebuchte Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Paris aufgegeben. Seitdem gibt es keine tägliche Direktverbindung mehr zwischen den beiden Hauptstädten. Am Freitag, 19.6., um 20:01 fährt nun erstmals der EuroNight-Zug der russischen Staatsbahn RZD von Berlin nach Paris ab. Aktive vom Netzwerk "Back on Track" begrüßen diesen neuen Nachtzug, weisen aber auch auf die Verschlechterung des Angebots hin. Weitere Aktionen gibt es in vielen anderen Städten.
Heute präsentierte Bahn-Chef Rüdiger Grube im Berliner Congress Centrum (bcc) am Alexanderplatz die Bilanz der Deutschen Bahn AG für das Geschäftsjahr 2014. Aktive vom Bündnis Bahn für Alle setzten vor dem BCC ihre Sicht auf das Bahnjahr 2014 in Szene.
Vor dem Deutschen Bundestag demonstrierte heute ein internationales Bündnis gegen die schleichende Abschaffung der Nachtzüge durch die Deutsche Bahn AG. Aktive vom Bündnis Bahn für Alle und Beschäftigte der DB-Tochter European Railservice forderten gemeinsam mit Bahnaktivisten aus Großbritannien, Dänemark und Frankreich, die Nachtzugverkehre nach Paris, Amsterdam und Kopenhagen zu verbessern statt abzuschaffen.
Gegen den Abbau und die absehbare Abschaffung des Nachtzugverkehrs durch die DB AG, die mit der Entscheidung am Freitag vom Bundestag legitimiert wird, wächst der Widerstand. Auch am Freitag werden ab 14:30 Aktivistinnen und Aktivisten aus mehreren europäischen Ländern sowie Bundestagsabgeordnete vor dem Bundestag für den Erhalt des Nachtzugverkehrs demonstrieren.
Am 11.12.2014 wird zum letzten Mal der Nachtzug – und damit auch der letzte direkte Zug (von dem nur gelegentlich verkehrenden Zug Moskau – Paris abgesehen) – von Berlin nach Paris fahren, und am 13.12. wird der letzte Gegenzug aus Paris in Berlin ankommen. Das wäre ein guter Anlass, gegen die Abschaffung der Nachtzüge zu protestieren. Der letzte Zug von Berlin nach Paris wird sicherlich auch von einigen Medienvertretern begleitet werden, die über die Abschaffung des Zuges berichten.