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Thüringen: Gewässer brauchen mehr Raum und Struktur

wiebkes-lausitztour-7213.jpgVorschläge der Umweltverbände zum Landesprogramm Gewässerschutz

Jena/Weimar/Erfurt – Der Schutz der Thüringer Gewässer muss konsequenter umgesetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommen die Umweltverbände BUND Thüringen, Deutsche Umwelthilfe (DUH), GRÜNE LIGA Thüringen und NABU Thüringen in einer gemeinsamen Stellungnahme zu dem Entwurf des neuen Landesprogramms Gewässerschutz des Thüringer Umweltministeriums. Trotz zahlreicher Projekte verfehlen die meisten Thüringer Gewässer die angestrebten Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Hinblick auf einen guten Zustand beziehungsweise ein gutes Potenzial. Die Umweltverbände fordern deshalb bei künftigen Maßnahmen, die Lebensraumfunktion und den natürlichen Hochwasserrückhalt bei Gewässern zu stärken. Die Verbände begrüßen, dass die Verbesserungen im neuen Landesprogramm Gewässerschutz für 2022-2027 in die richtige Richtung gehen. Jetzt kommt es auf eine engagierte Umsetzung an, an der es bei den vergangenen Bewirtschaftungsplänen gemangelt hat.

Gewässerstruktur verbessern

„80 Prozent unserer Gewässer in Thüringen sind in keinem guten Zustand. Wesentlicher Grund hierfür sind die Defizite bei der Gewässerstruktur. Es fehlt an Raum, damit sich Flüsse und Bäche wieder frei entfalten können. Die mittlerweile verbreiterten Gewässerrandstreifen reichen nicht aus, um die ursprüngliche Vielfalt der Lebensräume am Ufer und in der Aue auch nur ansatzweise wiederherzustellen“, sagt Martin Schmidt, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen. „Soll die Wasserrahmenrichtlinie erfüllt werden, so braucht es Entwicklungskorridore, deren Breite auf die Gewässertypen abgestimmt ist. Nur so können die Gewässer in einen Zustand gebracht werden, in dem der überwiegende Teil der natürlicherweise vorkommenden Tier- und Pflanzenarten wieder angemessene Lebensbedingungen findet.“

Verschlammung entgegenwirken

Ein weiteres Problem sehen die Verbände in der Verschlammung der Gewässersohle. Kleine Organismen wie Krebstiere und Strudelwürmer, aber auch Muschelarten wie die Bachmuschel und kieslaichende Fischarten, zum Bespiel das Bachneunauge, werden davon negativ beeinflusst. „Zu viel Ackerboden wird in die Gewässer eingespült. Es fehlt an ausreichendem Erosionsschutz auf landwirtschaftlichen Flächen“, erklärt Sabrina Schulz, Teamleiterin Lebendige Flüsse bei der DUH. „Zudem sind unsere Bäche und Flüsse in ein Korsett gepresst, das kaum Eigendynamik und damit Umlagerungsprozesse zum Freispülen der Kiessohle von Sedimenten zulässt. Fische können nicht laichen und auch kleinere Wasserorganismen verlieren ihre Lebensgrundlage.“

 

Wasser länger in der Landschaft halten

Im Landesprogramm für Gewässerschutz fehlt zudem ein Konzept, welches den Rückbau von Drainagen in der Aue vorantreibt. „Resilientes Wassermanagement zur Vermeidung von Dürre wird in Anbetracht der häufiger werdenden Trockenperioden immer wichtiger. Durch den Rückbau von Drainagen wird Wasser wieder länger in der Landschaft gehalten und Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden nicht direkt in die Gewässer gespült“, so Grit Tetzel, Geschäftsführerin der GRÜNEN LIGA Thüringen. „Das längere Verweilen des Wassers in der Landschaft wirkt sich außerdem positiv auf den Hochwasserschutz aus und erlangt im Hinblick auf den Klimawandel immer größere Bedeutung.“

 

Gewässerschutz muss Teil der Agrarpolitik werden

Dringend notwendig ist aus Sicht der Umweltverbände die bessere Integration der Gewässerschutzbelange in alle Politikbereiche. So ist zum Beispiel eine engere Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz sowohl auf der Ebene der Verwaltung als auch auf der Ebene der Gewässerunterhaltungsverbände und Natura-2000-Stationen erforderlich. „Gewässerschutz muss endlich Teil der Agrarpolitik werden“, fordert Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Es kann nicht sein, dass die unausgewogene Gemeinsame Agrarpolitik der EU Gewässerschäden fördert, die anschließend durch weitere Fördermittel der EU wieder behoben werden müssen. Der Freistaat muss seine Gestaltungsspielräume auf Landesebene nutzen, damit Maßnahmen der Agrarförderung in Zukunft auch die Gewässerschutzziele unterstützen. Dazu gehört beispielsweise, die Einrichtung von Dauergrünland auf heutigen Ackerflächen zu fördern und die Beweidung in Flussauen zu verbessern.“

 

Die Erstellung der Stellungnahme für die Verbände wurde von der Naturstiftung David finanziell unterstützt.

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