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Gipsabbau im Südharz: Treffen von Umweltschutzverbänden und Förderunternehmen zum Konzept „Natur auf Zeit“

exkursion gips tagebauDer Gipsabbau im Südharz ist geprägt von jahrelangen Debatten zwischen Umweltschutzverbänden und Förderunternehmen. Der Harzer Gipskarst ist ein bis zu 7 Kilometer breiter und 100 Kilometer langer Landschaftstreifen in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Er zeichnet sich durch sanfte Hügel und eine kleinteilige Landschaft aus Buchenwäldern, Gipssteilhängen, Bachschwinden, Erdfällen, Magerrasenflächen und Quellsümpfen aus. Südharzer Zechsteingürtel, Kyffhäuser und Hainleite gehören nach Einstufung des Bundesamts für Naturschutz zu den deutschen Hotspots der Artenvielfalt , erläuterte der Geologe Dr. Friedhart Knolle bei einer Wanderung durch den Lichtenstein bei Osterode. Laut Umweltschützern handelt es sich um eine einmalige Landschaft in Europa, die durch den Gipsabbau bedroht sei.

Eine Exkursion auf Initiative des Umweltnetzwerkes GRÜNE LIGA brachte Vertreter*innen des Naturschutzbundes (NABU), des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Naturschutzbehörden und der Gipsindustrie zu Gesprächen zusammen. Im Fokus stand das Konzept von „Natur auf Zeit“, das aktuell in der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes  (Gesetzentwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) im Rahmen des Insektenschutzgesetzes rechtlich verankert wird. Im Kern soll das Konzept ein Anreizmodell bieten damit die Einwanderung geschützter Arten in bereits genehmigte Abbauflächen von den Förderunternehmen nicht durch Verhinderungsmaßnahmen unterbunden wird, sondern im Gegenteil sogar unterstützt wird.

In einem Gipstagebau von Rump & Salzmann (Knauf-Gruppe) bei Osterode am Harz (Landkreis Göttingen) wurde die konkrete Umsetzung des Konzeptes durch den Betriebsleiter Uwe Schridde erläutert. So lässt das Unternehmen die Entstehung von Kleingewässern im Abbaubetrieb zu und legt sie zusätzlich auch gezielt an , damit sich Unken ansiedeln können, die erst während des Abbaus in das Areal einwandern. Ebenso wird in Teilbereichen die Sukzession zugelassen und gezielt durch Mahdgutübertragung aus der Nachbarschaft mit Pflanzenarten angereichert. Auch wurden Nischen in den Felswänden angelegt, damit Uhus dort nisten können. Das Konzept „Natur auf Zeit“ ist unabhängig von Genehmigungsauflagen - soll also weder die Renaturierung noch die gesetzlich erforderlichen Kompensationsmaßnahmen ersetzen. Darin waren sich alle Beteiligten einig und so ist es auch im Entwurf zur Novellierung des BNatSchG vorgesehen. Bei dem Treffen wurde das strittige Thema der Ausweitung von Gipstagebauen explizit ausgeklammert.

„Es war ein sehr wichtiger Austausch um die Positionen nachvollziehen zu können. Es ist immer besser miteinander zu reden als übereinander“, resümierte Exkursionsleiterin Farina Hoffmann von der GRÜNEN LIGA. Das Umweltnetzwerk widmet sich bereits seit über einem Jahr im Rahmen einer Verbändeförderung durch das Umweltbundesamt dem Thema Gipsabbaus in Deutschland nach dem allmählichen Wegfall des REA-Gipses durch den Kohleausstieg. Für den kommenden Herbst plant die GRÜNE LIGA eine große Konferenz zu den Auswirkungen des Gipsabbaus. „Ich hoffe, Corona lässt es zu, dass wir uns persönlich treffen können“, sagte Hoffmann.

Termine

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14:00 - 17:00
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