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#Proschimbleibt … nur dann gibt es Strukturmittel

Symbolische Brücken-Verschönerung im vom Braunkohletagebau bedrohtem Lausitzer Dorf

Proschim Protest - Umweltgruppe CottbusProschim, 31.10.2018. Kritiker der Abbaggerung des Dorfes Proschim durch den Braunkohletagebau haben heute eine Straßenbrücke am Ortseingang mit dem Banner „#Proschimbleibt … nur dann gibt es Strukturmittel“ beschriftet. Anschließend beschäftigten sie sich bei einem Workshop im Kulturhaus des Ortes mit Strategien für den Strukturwandel in der Lausitz.

„Nur wenn Proschim bleibt, kann die Lausitz genug zum Klimaschutz beitragen, um zusätzliche Strukturfhilfen zu rechtfertigen. Der Auftrag an die Kohlekommission des Bundes umfasst Strukturhilfen und Klimaschutz gleichermaßen. Wer vom Bund Strukturhilfen verlangt, aber die Pläne des LEAG-Konzerns nicht antasten will, der belügt die Menschen in der Lausitz.“ erklärt René Schuster vom Umweltverband GRÜNE LIGA.

„Die Entscheidung über Proschim darf weder dem LEAG-Konzern überlassen, noch auf 2020 verschoben werden. Es ist Zeit, Klarheit für die Menschen zu schaffen, um gemeinsames Arbeiten an der Zukunft der Region überhaupt zu ermöglichen.“ sagt Hannelore Wodtke, Stadtverordnete von Welzow (Grüne Zukunft Welzow).

Unter dem Titel „Strategien für den Strukturwandel in der Lausitz entwickeln“ veranstalten die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg und die GRÜNE LIGA Cottbus ein Gespräch im Proschimer Kulturhaus. Dabei wurden gemeinsam mit den Teilnehmenden, Ansätze für eine von unten kommende und lokal spezifische Strategie für den Strukturwandel gesammelt. Mit Hannelore Wodtke beteiligte sich daran auch ein Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung.

Proschim soll für den neuen Tagebau Welzow-Süd II abgebaggert werden, der insgesamt 810 Umsiedlungen erfordern würde. In seinem „Revierkonzept“ hält sich der LEAG-Konzern eine Entscheidung über diesen Tagebau bis 2020 offen. Die Brücke einer früheren Kohlebahn markiert die Grenze zwischen dem Tagebaufeld Welzow-Süd I und dem geplanten Tagebau Welzow-Süd II.

Das Schicksal Proschims steht dabei in direktem Zusammenhang mit der Laufzeit der ältesten Lausitzer Kraftwerksblöcke in Jänschwalde und Boxberg. Bei deren rechtzeitiger Abschaltung reicht die Kohlemenge auch ohne neue Tagebaufelder für einen längeren Betrieb des neueren Kraftwerkes Schwarze Pumpe aus.

Foto zur kostenlosen Veröffentlichung ab ca. 14:00 Uhr auf:

www.kein-tagebau.de

Hintergrundpapier zum Kraftwerk Jänschwalde, insbesondere auch zu Zusammenhang mit der Bedrohung Proschims

https://www.kein-tagebau.de/images/180928_hintergrundpapier_kraftwerk_jaenschwalde.pdf

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