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Alternativer Geschäftsbericht der DB AG 2018/19 vom Bündnis Bahn für Alle

AltGeschBer20181925 Jahre Deutsche Bahn AG – Eine Bilanz

Winfried Wolf / Bernhard Knierim

Ende 2018 trafen sich laut Welt am Sonntag die Ex-Bahnchefs Heinz Dürr, Hartmut Mehdorn, Rüdiger Grube und der amtierende Bahnchef Richard Lutz – im Kreis von gut zwei Dutzend Führungskräften der Deutschen Bahn AG – zum „Weihnachtsessen“. Die Stimmung sei laut Bericht „erstaunlich gut gewesen“.1 Das verblüfft auf den ersten Blick tatsächlich angesichts eines Rekordtiefs bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr (70 Prozent), eines Rekordhochs bei den Bahnschulden (20 Milliarden Euro), massiven Instandhaltungsmängeln beim Netz und bei den Zügen, einer gedrückten Stimmung in großen Teilen der Bahnbelegschaft und rekordverdächtiger Forderungen des Bahnvorstands nach zusätzlichen staatlichen Unterstützungszahlungen.

Die 25. Geburtstagsfeier der Deutschen Bahn am 5. Januar 2019 fiel dann auch ausgesprochen dezent aus. Offensichtlich ahnte die aktuelle Führung der Deutschen Bahn, dass Eigenlob an diesem Tag auf Kritik, wenn nicht gar Häme gestoßen wäre. Ganz anders vor fünf Jahren: Zum 20. Geburtstag hatte der damalige Bahnchef Grube noch eine große Feier veranlasst und sich bei der Gelegenheit auch noch ein Gefälligkeitsgutachten bei der Unternehmensberatung Roland Berger schreiben lassen, in dem die Entwicklung als großer Erfolg dargestellt wurde – teilweise mit höchst mutwilligen Auslassungen und unvollständigen Grafiken.2 Doch auch heute zieht kaum jemand die „Bahnreform“ von 1994 – das heißt, die Zusammenführung der Staatsunternehmen Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn in einer Gesellschaft, deren Verfasstheit als Aktiengesellschaft und damit die formelle Privatisierung der Eisenbahn – in Zweifel.

Dabei ist die Bilanz dieser Reform nach einem Vierteljahrhundert insgesamt überwiegend negativ – interessanterweise gerade auch dann, wenn man die Hoffnungen und Ankündigungen des ersten Chefs der DB AG, Heinz Dürr, als Maßstab nimmt. Es sei hier dahingestellt, wie ernst es Heinz Dürr war bei all dem, was er im Vorfeld der Bahnreform und anlässlich der Bahnreform selbst formulierte. Umgesetzt hat er in den Jahren 1994 bis 1997, als er erster Chef der Deutschen Bahn AG war, kaum etwas von dem, was er 1993/94 proklamierte. Wichtig erscheint hier, dass Dürr damals als Sprachrohr für viele zu sehen ist, die mit der Bahnreform große Hoffnungen verbanden. Und dass die Ergebnisse der Bahnreform heute, 25 Jahre nach deren Vollzug, an diesen offiziellen Zielen und ausgesprochenen Erwartungen zu messen ist.

Der Bericht ist hier als pdf-Datei verfügbar.

1 Nach: Nikolaus Doll, Schwere Zeiten bei der Bahn, in Welt am Sonntag vom 9. Dezember 2018.

2 Schwilling und Bunge: 20 Jahre Bahnreform und Deutsche Bahn AG - Erfolge und künftige Herausforderungen. Berlin (DVV Media Group) 2014.

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