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GRÜNE LIGA veröffentlicht Hintergründe und Positionen zu Folgen des Braunkohlenbergbaus auf den Wasserhaushalt

kohle.wasser.geldCottbus, 10.02.2022. Zum Umgang mit dem durch die Braunkohleförderung erheblich gestörten Wasserhaushalt in der Lausitz hat das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA bereits zahlreiche Fachstellungnahmen abgegeben. Unter dem Titel „Kohle.Wasser.Geld.“ wurden nun die wichtigsten Zusammenhänge und Forderungen anschaulich zusammengefasst und veröffentlicht.

Braunkohletagebaue gehören zu den schwerwiegendsten Eingriffen in den Wasserhaushalt überhaupt und prägen die Lausitz seit vielen Jahrzehnten. Dabei verursachte Probleme wurden nicht selten späteren Generationen zur Lösung überlassen. Das wird mit dem beschlossenen Kohleausstieg immer schwieriger: Jetzt müssen alle Karten auf den Tisch. Was sind die realen Folgekosten der Tagebaue? Wer ist als Verursacher zu welchem Anteil verantwortlich? Vor allem aber bleiben nur noch wenige Jahre für die Frage, welche Schäden noch vermieden oder vermindert werden können.

Behauptungen, dass ein vorgezogener Kohleausstieg die Wasserproblematik verschärfen würde, widerspricht das Papier deutlich: „Fakt ist: Zwischen der Außerbetriebnahme der Tagebaue und dem Ende des Grundwasseranstieges wird es einen Engpass beim Durchfluss in der Spree geben – und zwar völlig unabhängig davon, ob die Kohlenutzung 2038 oder früher endet. Die Ursache der Wasserknappheit ist der Tagebau selbst, der den Grundwasservorrat im Einzugsgebiet des Flusses entfernt hat.“ sagt René Schuster, Autor des Papiers.

In das Heft sind Erkenntnisse aus Beteiligungsverfahren und Akteneinsichten eingeflossen, die zum Teil auch enttäuschende Erfahrungen brachten:

„Wir mussten große Defizite bei der Transparenz der Entscheidungsprozesse feststellen. Bei der Wasserbewirtschaftung haben die Braunkohlenunternehmen LMBV und LEAG einen sehr exklusiven Zugang zu den Entscheidungsgremien. Die große Mehrheit der anderen Wassernutzer und Betroffenen muss um jede Information kämpfen.“ fasst René Schuster einen der Kritikpunkte zusammen.

Dadurch besteht auch die Gefahr, dass nicht alle Lösungsoptionen gleichberechtigt geprüft werden. So listet ein vom Land Brandenburg beauftragtes strategisches Hintergrundpapier von Steuergeldern zu tragende Maßnahmen konkret auf, will sich bei den von der LEAG zu finanzierenden Maßnahmen aber auf nichts festlegen.

„Tagebaufolgen müssen konsequent verursachergerecht getragen werden. Bevor nach weiteren Steuermilliarden gerufen wird, müssen auch zusätzliche Auflagen für die LEAG geprüft werden, die zur Zeit mit der Kohleförderung wieder gut verdient.“ fordert Schuster.

Die Umweltgruppe Cottbus bearbeitet im Netzwerk GRÜNE LIGA als Bundeskontaktstelle federführend das Thema Braunkohle. Das Projekt „Begleitung des Braunkohleausstieges in der Lausitz unter besonderer Beachtung des Wasserhaushaltes“ wird bis März 2022 gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

Download der Broschüre (pdf, 28 S., 834 kB)

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