
Erin O'Donnell ist außerordentliche Professorin an der juristischen Fakultät der Universität Melbourne in Australien und Autorin mehrerer Bücher. Im Juni diesen Jahres kommt sie für eine Vortragsreise nach Europa. Im Zuge dieser ist die australische Blue Community Botschafterin am 18. und 19. Juni 2026 zu Besuch bei der Blue Community Berlin.
Die Blue Communities sind Teil einer internationalen Bewegung mit dem Ziel, Wasser als Menschenrecht und öffentliches Gut zu schützen. Grundsätzlich kann jede Stadt, Gemeinde, Organisation oder Institution Blue Community werden und verpflichtet sich damit zu den folgenden Grundprinzipien:
Die Bewegung für Flussrechte ist mittlerweile transnational. Weltweit gibt es über 100 Beispiele von Flüssen, die den Rechtsstatus von Personen, Subjekten oder Lebewesen erlangt haben. Die Frage, ob Flüsse Rechte haben sollten, weicht zunehmend der Frage, was geschieht, wenn sie diese Rechte erhalten. In ihrem Vortrag untersucht Erin O'Donnell die Durchsetzung dieser neuen Rechte aus drei Perspektiven. Erstens müssen wir uns darüber im Klaren sein, welche Rechte Flüsse tatsächlich haben. Dazu gehört nicht immer das Recht, vor Gericht zu ziehen oder das Recht des Flusses auf seinen freien Lauf. Zweitens gibt es viele Durchsetzungsmechanismen, von äußerst kontroversen Klagen bis hin zu umfassenderen Rechtsverfahren. Drittens müssen wir die Grenzen der Durchsetzung verstehen, da diese möglicherweise weder die Gesundheit der Flüsse wiederherstellt noch die Beziehung zwischen Mensch und Fluss verbessert. Wenn Flüsse neue Rechte erhalten, können wir uns zwar weiterhin auf bestehende Durchsetzungsverfahren stützen, verpassen dadurch aber eine wichtige Chance für innovative Rechts- und Politikreformen, die unser Verhältnis zu Flüssen grundlegend verändern könnten.
Eine Koalition von Bürger*innen aus ganz Europa hat die Initiative Rights for Nature ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Europäische Union dazu zu bewegen, Ökosysteme als Rechtssubjekte und nicht nur als reine Ressourcen zu behandeln. Solche Ansätze gibt es bereits in anderen Ländern: Die Lagune Mar Menor in Spanien und der Whanganui River in Neuseeland haben bereits eigene Rechte erhalten, wodurch Menschen im Namen der Natur rechtliche Schritte einleiten können. Die Anerkennung dieser Rechte in Europa will die Initiative vorantreiben, indem sie ab Herbst 2026 über eine Million Unterschriften sammelt, was die EU-Kommission dazu verpflichten würde, sich mit dem Vorschlag zu befassen.
Erin O’Donnell beginnt ihre Europareise am 15. Juni in der Schweiz und wird anschließend am 18. und 19. Juni in Berlin zu Gast sein. In Berlin ist folgendes Programm vorgesehen:
Donnerstag, 18. Juni
Freitag, 19. Juni
Alle Veranstaltungen finden auf Englisch statt. Die genauen Uhrzeiten und Orte werden noch bekannt gegeben.
Nach ihrem Besuch in Berlin reist Erin O'Donnell weiter nach Österreich, wo sie am 22. und 23. Juni eine (nicht öffentliche) Konferenz in Wien besuchen wird.