Die aktuellen gesellschaftlichen Strukturen führen dazu, dass auch die Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie unter dem Aspekt des Kosten-Nutzen-Verhältnisses gesehen werden muss. Dass die Gesundheit der Menschen per se ein wichtiges Gut darstellt, welches es zu schützen gilt und wofür erhebliche Aufwendungen zu tätigen sind, ist nicht selbstverständlich. Es kommt immer wieder das Argument, warum für eine leisere Umwelt Geld ausgegeben werden soll, wenn niemand dafür zahlen will.
Der Lärm hat gegenüber anderen Umweltbelastungen den großen „Vorteil“, dass, wenn die Quelle abgestellt ist, nichts mehr übrig bleibt. Es gibt nicht wie bei der Luft-, Wasserreinhaltung oder bei der Abfallwirtschaft Material, dass unter Umständen aufwendig „entsorgt“ werden muss.
Auf den Lärmkarten taucht immer wieder die Einheit für den Schall mit dB (A) auf. Was hat es damit auf sich? Der Schall besteht aus kleinen Druckwechseln der Luft. Der Schalldruck wird logarithmiert. Das geschieht aus lauter Faulheit. Denn wenn wir ihn nicht logarithmieren würden, müssten wir Zahlen von 0,00002244 für 1 dB bis 632 für 150 dB schreiben. Leider hat die Definition ihre Folgen. Es ist nicht so einfach, mit dB-Werten zu rechnen. 50 dB + 50 dB sind dadurch 53 dB. Also nur 3 dB mehr. Genauso sind 3 dB weniger energetisch die Hälfte des Schalldrucks.
"Wie ist das mit dem dB? - Eine kleine Lärmkunde", Vortrag von Dr.-Ing. Marc Wiemers, GRÜNE LIGA e.V., gehalten auf dem Workshop der GRÜNEN LIGA e.V. am 4. Juli 2008 in Berlin
|
Für die zweite Phase der Umgebungslärmrichtlinie hat die GRÜNE LIGA gute Beispiele zu verschiedenen Aspekten der Aktionsplanung, Verwaltung und Umsetzung zusammengetragen. Die Beispiele stehen nachfolgend in Form jeweils vierseitiger Faltblätter zum Herunterladen zur Verfügung. Die Faltblätter können auch bei der Bundesgeschäftsstelle der GRÜNEN LIGA als Papierversion angefordert werden. Die Faltblätter wenden sich an alle Akteur*innen der Umgebungslärmrichtlinie. So können sich die Betroffenen über mögliche Maßnahmen informieren und die Verwaltungen über bereits in der Praxis realisierte gute Beispiele.
|
Aktionsplanung |
|
Leuchtturm Nr. 17 Vernetzung und Informationsaustausch von Autobahnanrainerkommunen zur Bündelung gemeinsamer Interessen sowie zur Beschleunigung der Umsetzung notwendiger Maßnahmen |
Alligator (Rundbrief des Bundesverbandes)c/o Bundesgeschäftsstelle GRÜNE LIGA e.V. Eine umfangreiche Adressliste aller Mitgliedsgruppen der GRÜNEN LIGA finden Sie unter dem Menüpunkt GRÜNE LIGA / Mitgliedsgruppen. Rundbrief 2010Was ist ein Lärmspaziergang? Wie organisiert man einen Lärmspaziergang? Welche Materialien bietet die GRÜNE LIGA e.V. den Organisator*innen eines Lärmspaziergangs? Auf diese und ähnlich Fragen gibt die neue Ausgabe der "Informationen zur Umgebungslärmrichtlinie" Antworten. |
Im Jahr 2002 hat die Europäische Union die Richtlinie zur Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm erlassen. Im Laufe eines langjährigen Umsetzungsprozesses soll es in Europa leiser werden. Damit dies gelingt, ist aus Sicht der GRÜNEN LIGA die Mitwirkung der Bevölkerung von großer Bedeutung. Eine Möglichkeit, sich vor Ort in den Umsetzungsprozess einzubringen, ist die Durchführung von Lärmspaziergängen. Die GRÜNE LIGA organisiert Lärmspaziergänge und hat darüber hinaus Materialien konzipiert und erstellt, die es anderen Verbänden, Bürgerinitiativen und Engagierten ermöglichen, vor Ort in eigener Regie einen Lärmspaziergang durchzuführen.