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Flächenfraß und Kiesausbeutung in Mühlberg an der Elbe stoppen

Gutachterliche Stellungnahme weist auf Dringlichkeit der Einbeziehung des Klimawandels hin

Elbekies Mühlberg Werk II (c) Sigrid KäsebergDie Initiative gegen den Kiesabbau in Mühlberg an der Elbe, Mitglied in unserem Netzwerk ökologischer Bewegungen, hat mit einer Fachstellungnahme dafür gesorgt, dass sich die Kommunalparlamente der Region mit den Folgen des Klimawandels beschäftigen.

Infolge des Klimawandels verringert sich die klimatische Wasserbilanz im Land Brandenburg, da die Verdunstung durch steigende Temperaturen und Globalstrahlung vor allem über großflächigen offenen Gewässern zunimmt. Leider wurde der fortschreitende Klimawandel nicht in bisherige Betrachtungen vor Ort einbezogen - weder in den Rahmenbetriebsplänen der Kiesabbauvorhaben noch im Hydrologischen Gutachten zur geohydraulischen Modellierung im Raum Mühlberg aus dem Jahr 2019.

„Ohne Wasser merkt euch das, wär‘ uns‘re Welt ein leeres Fass.“ (Zitat aus der Oper „Der Wasserträger“)

Besonders in Erwartung des nächsten umfangreichen Abbauplanes der Elbekies Mühlberg GmbH zwischen Burxdorf und Neuburxdorf auf einer Fläche von ca. 295 ha in einem Zeitraum von 50 Jahren haben Mitglieder des Vereins „Für eine Heimat mit Zukunft“ in drei Beratungen letztes Jahr auf die Notwendigkeit der Betrachtung klimatischer Aspekte hingewiesen. Zu den Beratungen konnten wir unsere Anliegen in verschiedenen Besetzungen anbringen und so eine breite Masse an Entscheidungsträger*innen informieren. Zu diesen zählten die Verbandsgemeindebürgermeisterin, der Landrat, Mitarbeiter*innen der Unteren Wasserbehörde, Mitglieder des Ausschusses für Kreisentwicklung des Landkreises und Mitglieder des Landtages Brandenburg, ein Vertreter des Kreistages sowie die ehrenamtlichen Bürgermeister von Mühlberg und Bad Liebenwerda bzw. Ortsvorsteher*innen Burxdorf, Neuburxdorf und Altenau sowie Vertreter*innen des Fördervereins „Elbe Elster Tours“ e.V. (Niedrigwasserkonzept Schwarze Elster). Auch die Themen Lärmbelästigung durch den Kiesabbau, die Umgehungsstraße für Burxdorf sowie die Sicherung der unbeschrankten Bahnübergänge konnten zu diesen Terminen besprochen werden.

Um handfeste Argumente für die Notwendigkeit der Einbeziehung des Klimawandels in die hydrologischen Untersuchungen zu haben, hat der Verein eine gutachterliche Stellungnahme über das Hydrologische Gutachten aus dem Jahr 2019 beauftragt. Die Stellungnahme weist auf die Dringlichkeit der Einbeziehung des Klimawandels hin - ein Erfolg! Für die Finanzierung der Stellungnahme unterstützt die Naturstiftung DAVID (Stiftung des BUND Thüringen) den Verein mit einem Zuschuss.

Ausgehend von der Stellungnahme haben Mitglieder des Vereins einen Beschlussvorschlag für die Stadtverordnetenversammlung der Städte Mühlberg, Bad Liebenwerda, der Verbandsgemeindesitzung und des Kreistages ausgearbeitet. Mit diesem Beschlussvorschlag wird die Verbandsgemeinde und der Landrat aufgefordert, die Überarbeitung des o.g. Gutachtens hinsichtlich der Einbeziehung des Klimawandels beim Brandenburger Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) durchzusetzen. Die Beschlüsse sollen 2026 in den Gremien gefasst werden. Die Ergebnisse dieses überarbeiteten Gutachtens sind essenzielle Voraussetzung weiterer Genehmigungen für Kiessandtagebaue.

Sigrid Käseberg (Vorstand „Für eine Heimat mit Zukunft“ e.V.)

Naturstiftung David

Verein für eine Heimat mit Zukunft

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