Einladung zur Übergabe der Anliegen von Berliner Wasser-Initiativen an die Landespolitik am 17. September 2026 um 9 Uhr
Anlässlich der andauernden Wasserkrise in Berlin werden mehrere Initiativen in der Stadt der Umweltausschussvorsitzenden June Tomiak und den weiteren interessierten Mitgliedern des Abgeordnetenhauses von Berlin ihre zentralen wasserpolitischen Anliegen vorlegen.
Die Übergabe findet diesen Donnerstag, 17. September 2026, von 9:00 bis 9:30 Uhr vor dem Abgeordnetenhaus von Berlin (Margot-Friedländer-Platz, 10117 Berlin-Mitte) statt.
Obwohl mehr als 90% der untersuchten Berliner Gewässer die Umweltziele weiterhin verfehlen, der Artenschwund sich fortsetzt, verträgliche Nutzungen das Nachsehen haben und die Stadt zunehmend unter Wasserstress steht, mangelt es bis heute an wirksamen Maßnahmen, um die seit langem bekannten Defizite in der Wasserpolitik ressortübergreifend und unter Mitwirkung der Zivilgesellschaft wirksam anzugehen. Auch in dem aktuellen Wahlkampf spielt diese existenzielle Herausforderung kaum eine Rolle.
Im Umgang mit der wichtigsten Ressource für die Berliner*innen und der Biodiversität, dem Wasser, müssen wir umdenken und entschlossen handeln: Bisher wird noch zu viel versiegelt, Wasser verschwendet und Gewässer übernutzt. Es braucht bessere Strategien, um Nutzungskonflikten entgegen zu wirken, Wasser sparsam zu nutzen und zu recyceln sowie Regenwasser in der Stadt zu halten.
Die Initiativen Wassernetz-Berlin, IGeL, Wasserzukunft. Stimmen aus Berlin und Brandenburg, Stiftung Living Rivers und Blue Community sehen durchaus auch positive Ansätze, wie die Entwicklung einer Wasserstrategie, die Aufstellung und Beibehaltung des Kleingewässerprogramms und der Beschluss des Klimaanpassungsgesetzes. Gleichzeitig werden grundlegende Verpflichtungen für den Gewässerschutz – wie die betreffenden Anforderungen aus der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und Wiederherstellungsverordnung – bisher nur ungenügend umgesetzt. Wir fordern zügige strategische Maßnahmen für den Schutz und die sparsame Nutzung der Ressource Wasser, umfassende Informations- und echte Beteiligungsmöglichkeiten für die Zivilgesellschaft und die Bereitstellung der dafür erforderlichen Finanzmittel.
Die Initiativen haben in den vergangenen vier Jahren bei insgesamt mehr als 80 Konferenzen, Wasserforen, Seminaren und Gewässerdialogen zusammen mit Interessierten aus der Stadtgesellschaft Anregungen für eine zukunftsfähige Wasserpolitik für Berlin und Brandenburg zusammengetragen.
Bei der aktuellen Übergabe stehen die Anliegen für eine verträgliche Freizeitnutzung der Gewässer, der sorgsame Umgang mit dem Wasser und die umfassende Beteiligung der Stadtgesellschaft im Fokus.
Diese werden vorgestellt durch:
Christian Schweer, Wassernetz Berlin
Dr. Harald Krebs, IGeL – Initiative Gewässer-Lärmschutz
Dr. Elisabeth Heyne und Julia Tovote, Museum für Naturkunde Berlin, Projekt „Wasserzukunft“
Michael Bender, GRÜNE LIGA Berlin, Stiftung Living Rivers, Blue Community
Seitens des Abgeordnetenhauses wird durch June Tomiak eine Rückmeldung zu den Anliegen gegeben.