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Schwere Plagiatsvorwürfe: Deutsche Pestizidprüfbehörde soll bei Monsanto abgeschrieben haben

Landwirtschaftsministerin muss umgehend Zulassung für Glyphosat überprüfen

Berlin, 16.01.2019. Bei der europäischen Wiederzulassung des Pestizidwirkstoffs Glyphosat soll das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu hohen Anteilen aus dem Zulassungsantrag des Pestizidherstellers Monsanto abgeschrieben haben. Glyphosat erhielt im letzten Jahr trotz Warnungen der Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation (IARC) durch die EU-Kommission eine Neuzulassung für fünf Jahre. Im Auftrag des Pestizidausschusses des EU-Parlaments waren die BfR-Bewertungen nun auf Plagiate überprüft worden. Die GRÜNE LIGA fordert eine umgehende Überprüfung der Zulassung von Glyphosat durch das Landwirtschaftsministerium.

„Diese Vorwürfe sind ungeheuerlich: Ein Bundesinstitut, das Verbraucher vor den Folgen gefährlicher Pestizide schützen soll, schreibt ihre Genehmigung aus den Unterlagen des Pestizid-Herstellers Monsanto ab und verkauft die Erkenntnisse als ihre eigenen“, erklärt der Pestizidexperte der GRÜNEN LIGA Tomas Brückmann. „Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) muss sofort die Vorwürfe gegen das ihr unterstellte Amt überprüfen“ ergänzt Brückmann. „Sollten diese wahr sein, muss die BfR-Einschätzung zurückgezogen werden. Die Zulassung von Glyphosat wäre dann hinfällig“, fordert der Umweltschützer.

Der GLOBAL 2000-Biochemiker Helmut Burtscher-Schaden aus Wien stellte gemeinsam mit dem Medienwissenschaftler Stefan Weber diese Woche eine von ihnen verfasste Plagiatsstudie über die Europäische Risikobewertungen von Glyphosat in Straßburg vor. Auftraggeber der Studie war fraktionsübergreifend der Pestizidausschuss des EU-Parlaments. Untersuchungsgegenstand waren Bewertungen der Gesundheitsrisiken sowie der Umweltrisiken von Glyphosat durch die deutschen Behörden BfR und Umweltbundesamt (UBA). Diese wurden zwischen 2012 und 2015 im Auftrag der Europäischen Union durchgeführt. Deutschland war für die Prüfung der Wiedergenehmigung von Glyphosat verantwortlich. Nach Angaben der Autoren soll der Plagiatsanteil der BfR-Einschätzung bei 50 Prozent liegen. Das BfR hat nach ihren Angaben Studienbeschreibungen und Bewertungen aus dem Zulassungsantrag der Glyphosat-Hersteller kopiert und im Bewertungsbericht als die Beschreibungen und Bewertungen der Behörde dargestellt. Der UBA-Bericht hingegen enthielt keine plagiierten Bewertungen.

Hintergrundinfos:

Das Plagiatsgutachten der Wissenschaftler finden Sie unter:

https://www.global2000.at/sites/global/files/Gutachten%20Plagiate%20Glyphosat%20Report%20final(1).pdf

 

Weitere Informationen zu den Vorwürfen gegen das BfR des Magazins Fakt entnehmen Sie:

https://www.mdr.de/investigativ/fakt-glyphosat-124.html

 

Weitere Vorwürfe gegen das BfR des Umweltinstitutes München:

http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/glyphosat-bfr-uebersieht-hinweise-auf-krebs-in-acht-studien.html

 

Informationen zu den Gefahren des Pestizidwirkstoffes Glyphosat finden Sie auf unserer Homepage:

https://www.grueneliga.de/index.php/de/themen-projekte/pestizide/738-exkurs-glyphosat

 

Wollen Sie mehr zur Pestizidarbeit der GRÜNEN LIGA erfahren, informieren Sie sich hier:

www.grueneliga.de/pestizide

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