Notfallzulassungen erlauben verbotene Pestizide

IMG 2376Aufgrund einer Notfallzulassung eines längst verbotenen Insektizides nutzt die Nordzucker AG dieses Pflanzenschutzmittel nun bei der Aussaat von Zuckerrüben in Niedersachsen. Die zugelassene Anbaufläche von 34.000 Hektar, auf der das Pestizid eingesezt wird, wird zu einer Todeszone für Bienen.

Bei dem Pflanzenschutzmittel handelt es sich um ein eigentlich bereits EU-weit verbotenes Neonikotinoid, mit denen die Pflanzen gebeizt wurden. Das angewendete Insektizid nennt sich Thiamethoxam und ist als Wirkstoff in der Beize „Cruiser 600 FS“ enthalten. Es dient den Saatkörnern als Schutz vor der grünen Pfirsichblattlaus, um so hohe Ertragsverluste verhindern zu können. Die Notfallzulassung wurde durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erteilt, weil das Vergilbungsvirus sich zultzt in Anbaugebieten der EU ausbreitete und auch Spuren innDeutschland hinterließ. Neben Niedersachsen gilt die Erlaubnis des Pestizides in Schleswig-Holstein und in fünf weiteren Bundesländern. 

Nachgewiesenermaßen ist dieses besonders für Wild- und Honigbienen hochgefährlich. Ein Einbruch der Bienenpopulationen könnte die tragische Folge dieses Einsatzes sein. Selbst kleine Mengen, die zwar für die Tiere nicht unbedingt tödlich sind, schaden ihnen und können zu enormen Beeinträchtigungen der Prozesse im Gehirn und zur Einschränkung der Kommunikations- und Orientierungsfähigkeit führen. So wird ihnen der Weg zurück zum Bienenstock deutlich erschwert.

Nordzucker gibt dem Imkerverein nicht preis, welche Äcker genau betroffen sind. Dies sei besonders fatal für Imker vor Ort, da diese auch ein Monitoring zur Beobachtung möglicher Umweltauswirkungen durchführen wollen. Mitglieder des Imkervereins können nur auf weitere, spezifische Informationen hoffen. Das lässt die Angst vor den Pestiziden nicht kleiner werden.