Bundesregierung nicht bereit das Artensterben in der Agrarlandschaft zu stoppen

GRÜNE LIGA: Bundeslandwirtschaftsministerin legt den Bundesländern völlig unzureichende Entwürfe für künftige Agrarpolitik vor

Credit: ideengrün | markus pichlmaier„Die von der Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) geplante nationale Umsetzung der EU-Agrarpolitik ist nicht mit den Zielen der EU-Artenschutz und Klimapolitik zu vereinbaren“, so Tomas Brückmann, Pestizidexperte der GRÜNEN LIGA.  Mit den vorgelegten Gesetzen zu den Milliarden schweren Subventionen sind die ambitionierten Vorhaben des europäischen Green Deals nicht erreichbar. Ebenso wird so das Artensterben in der Agrarlandschaft ungebremst weitergehen. Die Ministerin riskiert zudem einen Konflikt mit der EU“, ergänzt Brückmann. „Ich hoffe, die Bundesländer werden diesen Vorschlag nicht mittragen. Die GRÜNE LIGA fordert mehr Geld für Umwelt- und Klimaschutz in Landwirtschaft einzuplanen“.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BML) stellt heute auf einer Sonder-Agrarministerkonferenz (AMK) die deutschen Gesetzesentwürfe zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vor.  Die Rechtsgrundlagen für die Agrarförderung von 2023-2027 fehlen derzeit noch, da der Trilog zwischen dem EU-Agrarrat, der EU-Kommission und dem Europäischem Parlament noch nicht abgeschlossen sind  Die Bundesländer sollen den Vorschlägen des Bundes zustimmen.

 

Hintergrundinfos

In die EU-Landwirtschaft fließen über die EU-Agrarpolitik (GAP) pro Jahr ca. 60 Milliarden Euro. Die GAP wird alle sieben Jahre neu aufgestellt. Im Moment laufen die Verhandlungen ab dem Jahr 2023. Umweltverbände fordern seit Jahrzehnten, diese öffentlichen Gelder nur noch für öffentliche Leistungen auszugeben. Landwirte sollen für Leistungen entlohnt werden, die sie vom Markt nicht erhalten. Schutz des Wassers, artgerechte Tierhaltung, Erhalt der Artenvielfalt.

Die EU hat im Mai 2020 ihre neue Biodiversitätsstrategie im Rahmen des „Green deals“ vorgelegt. Diese fordert von den Landwirten eine Pestizidreduktion bis 2030 um 50 Prozent, sowie  eine Reduzierung der Stickstoffeinträge um 20 Prozent. https://www.topagrar.com/oekolandbau/news/halbierung-von-pflanzenschutz-und-20-prozent-weniger-duenger-bis-2030-sind-das-ziel-12070392.html

 

Rückfragen zu dem Thema richten Sie bitte an Dipl. Biol. Tomas Brückmann, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Mobil: 0176/431 407 64.

 

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